Schiedsrichter – Ein Interessantes Hobby

Wir suchen Schieds­richter­innen und Schieds­richter

Suchst Du ein neues interessantes Hobby, oder einen Nebenjob?

Der FC Blau-Weiss Erlenbach sucht per sofort Interessenten, die eine Ausbildung als Schiedsrichterin/Schiedsrichter machen wollen, oder bereits als Schiedsrichter ausgebildet sind. Um den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten ist unser Verein dringendst auf Schiedsrichter angewiesen.

Vorteile

• Finanzielle Entschädigung, je nach Liga 80 – 1500 Franken pro Match

• Freier Eintritt zu allen Meister­schafts­­spielen des SFV (inkl. Super League)

• Gratis Ticket für alle Spiele der Schweizer Fussball­national­mannschaft

So sind die Schieds­richter in der Schweiz organisiert

Jeder Schiri gehört einem Verein an, der wiederum Teil von einer der 13 Regionen der Schweiz ist. Die Schiedsrichter Kommission SK ist für strategische und operative Fragen in allen Regionen zuständig. Für den Zusammenhalt unter den Schiris sorgt der Schweizerische Schiedsrichter Verband SSV unter dem Präsidenten Luigi Ponte.

Warum soll man/frau Schiri werden?

• Als Schiri betreibst du Sport und wirst erst noch dafür entschädigt.

• Als Schiri kannst du in höhere Ligen aufsteigen, als du es als Spieler*In je geschafft hättest.

• Als Schiri lernst du nicht nur die Schweiz, sondern die ganze Welt kennen.

• Ohne Schiri kein Spiel.

Das macht einen guten Schiri aus

Als guter Schiri…
…bist du fit. Und sprintest mindestens 20 Mal pro Spiel über’s ganze Spielfeld.
…weisst du zu führen. Und bringst 22 verschiedene Charaktere dazu, dasselbe Ziel zu verfolgen.
…kennst du die Regeln. Und weisst sie jederzeit anzuwenden.
…hast du Persönlichkeit. Und bist zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Nächster FVRZ-Schiedsrichter-Grundkurs (GK): Frühling 2021.

Von deinen Skills überzeugt?

Raus aus der Couch!

UNSERE SCHIEDSRICHTER

FC Blau-Weiss Erlenbach Jan Mohamed

JAN MOHAMMAD HUSSEINI

Geboren am 28.3.1992 aus Afghanistan
Wohnt in Küsnacht

«Am Fussball bleiben»«Als ich beim FC Blau-Weiss Erlenbach spielte, erhielt die Gelegenheit, einen Schiedsrichterkurs zu machen. Diese Chance nutzte ich und habe in der letzten Saison sieben Spiele gepfiffen, diese Saison sind es bereits fünf. Ich arbeite daneben, weshalb ich nicht viel Zeit habe, um Fussball zu spielen. Ich interessiere mich aber für Fussball und kann dank dem Schiedsrichterkurs mit dem Sport in Kontakt bleiben. Ich komme ursprünglich aus Afghanistan und lebe seit 2012 in der Schweiz, wo ich bereits aufgenommen worden bin.»

SHARIF SHAYAN

Geboren am 26.11.1989 aus Afghanistan
Wohnt in Dietikon

FC Blau-Weiss Erlenbach Schiedsrichter Sharif Shayan

Plädoyer für das Schiedsrichterwesen

Fussballverband der Region Zürich

Der Trainer der Super League Mannschaft steht vor der Kamera und erzählt aufgebracht, wie der Schiedsrichter sein Team benachteiligt und somit um den Sieg gebracht hat (dabei erwähnt er die haarsträubenden Fehler seiner Spieler, welche zu Gegentoren geführt haben, natürlich nicht). Diese Version übernimmt am nächsten Tag auch die gedruckte Presse und stellt einmal mehr die Grundsatzfrage, ob die Schweizer Unparteiischen über genügend Qualität verfügen. In den unteren Ligen werden sie geprügelt, bedroht und angepöbelt. Entspricht dies der Realität? Warum tut sich noch jemand so etwas an? Handelt es sich etwa sogar um eine moderne Form von Masochismus? Fragen, welche es als sinnvoll erscheinen lassen, das missverstandene Wesen der Schiedsrichter einmal näher zu beleuchten.

Manch einer fragt sich, wie man überhaupt auf die Idee kommt, sich für den Grundkurs anzumelden und somit eine Schiedsrichterkarriere einzuleiten. Ganz offensichtlich sind diejenigen, welche schon als Schulkind davon träumen, einmal mit der Schiedsrichterei zu beginnen, in der Minderzahl. Zu widerlegen ist aber auch das Klischee vom untalentierten Fussballer, welcher die Rolle des Schiedsrichters als würdevollen Ausweg wählt, um sich die Peinlichkeit zu ersparen, aus der Mannschaft geworfen zu werden. Würde das allerdings zutreffen, wären Fussballspiele mit lauter Schiedsrichtern – so was gibt es tatsächlich – ein fürchterliches und unansehnliches Gekicke. Solche Spiele werden aber in der Regel auf einem ganz anständigen Niveau ausgetragen. Ausserdem endet auch nicht jede strittige Situation in einem Vernehmlassungsverfahren mit 23 Teilnehmern, aber das ist ein anderes Thema. Die meisten langjährigen Schiedsrichter entdeckten ihre Leidenschaft für das Pfeifen als nicht-offizieller Spielleiter in einer Juniorenkategorie. Dass Vereinsmitglieder aufgrund des Koeffizienten zum Grundkurs überredet werden, kommt zwar auch vor, ist aber wenig nachhaltig. Solche Personen verlieren meist schon im ersten Jahr ihre „Motivation“ und geben den Rücktritt. Es lohnt sich also für Vereine etwas länger zu suchen und dafür jemanden anzumelden, welcher auch wirklich Freude am Hobby hat. Weiter sollte man als Schiedsrichter in zweierlei Hinsicht kritikfähig sein. Zum einen gilt es, das von den Schiedsrichter- Inspizienten herausgestrichene Verbesserungspotential entgegenzunehmen und falls möglich bald umzusetzen. Zum
anderen darf man die Kritik der Spieler nicht zu ernst nehmen. Natürlich denkt man nach jedem Spiel kurz über die eine oder andere Entscheidung nach. Wer aber nach einem falschen Offside-Entscheid nicht mehr einschlafen kann, ist sicher am falschen Platz. Was aber bringt Leute dazu, diesem anspruchsvollen Hobby zu frönen? Die Vorzüge der Schiedsrichterei werden leider hinter dem grossen Vorurteil des Buhmanns gerne übersehen. Die Standartreaktion auf die Aussage, man sei Schiedsrichter, lässt sich bei Gesprächspartnern aller Altersklassen und Schichten beobachten. Sie beginnt mit einem „Pfiff“, gefolgt von einer kurzen Sekunde, in der das Gegenüber versucht, einen positiven Aspekt zu finden, um diesen anschliessend herauszustreichen. Meist folgt dann eine Floskel („Ist aber sicher spannend!“), bevor der erfahrene Schiedsrichter dann in der Regel eingreift und seinen persönlichen, knapp viertelstündigen Monolog über seine tollsten Erlebnisse startet.

In der Tat bietet die Bestätigung als Spielleiter aber einiges. Die Freude am Fussball, welche jedes Wochenende Tausende in die Stadien treibt, lässt sich auch mit einer Pfeife in der Hand auf dem Rasen ohne weiteres erleben. Zusätzlich wird das Ganze dadurch noch interaktiv. Natürlich bietet jedes Spiel ein körperliches Training, welches sicher spannender ist, als eine Stunde im Wald zu joggen. Zusätzlich gilt es aber noch eine
Aufgabe zu bewältigen, für die man konzentriert und aufmerksam bleiben muss. Diese erfordert psychologisches Gespür und fördert die Führungsqualitäten. Man muss das Spiel lesen können, dessen „Temperatur“ spüren und gleichzeitig noch merken, welche Spieler auf welchen Ton am besten reagieren. Selbstverständlich ist noch kein Meister-Schiedsrichter vom Himmel gefallen. Mit der Erfahrung bilden sich die oben erwähnten Qualitäten aber fort. Diese lassen sich dann übrigens auch abseits des Spielfeldes in anderen Lebenssituationen einsetzen. Der Schiedsrichter ist im Übrigen nicht der Einzelgänger, für den er oft gehalten wird. An Lehrabenden, Generalversammlungen und (freiwilligen) Trainingswochen oder Wochenenden wird eine tolle Kameradschaft gepflegt. Wer im Trio unterwegs ist, mutiert sowieso wieder zum Mannschaftssportler. Daraus entstehen durchaus auch viele Freundschaften, welche nicht am Spielfeldrand enden. Das Schiedsrichterwesen verfügt darüber hinaus über eine Karriereleiter, welche je nach Alter auch noch bis ganz oben führen kann. Zwar wird nicht jeder Teilnehmer des Grundkurses einmal ein WM- oder Champions-League Finale arbitrieren können, doch fördert es auch in den unteren Ligen die Motivation, wenn man weiss, dass man noch die eine oder andere Liga aufsteigen kann. Ausgebildete Inspizienten bewerten die Schiedsrichter in regelmässigen Abständen nach einem fixen, einheitlichen Schema. Für Willkür – wie sie bei enttäuschten Fans und Spielern hin und wieder reklamiert wird – bleibt kein Raum. Wie steht es nun aber mit der ganzen Gewalt, den vielen Drohungen und dem dauernden Reklamieren, welches die Schiedsrichter über sich ergehen lassen müssen? Nimmt das dem Hobby nicht den gesamten Spassfaktor?

Das Thema Gewalt und Drohungen muss man zuerst einmal in die richtigen Relationen setzen. Selbstverständlich ist jeder Fall einer zu viel und sind solche Verhaltensweisen absolut inakzeptabel (und werden im Übrigen auch entsprechend hart bestraft). Zum Glück sind Fälle, in denen Spiele aus oben genannten Gründen abgebrochen werden müssen, sehr selten. Hier ist ein Blick in die Statistik interessant. Man muss sich vor
Augen halten, dass allein im FVRZ pro Saison knapp 20‘000 Spiele stattfinden. Wenn nun mal etwas passiert, finden solche Ereignisse immer Einzug in die Medien und zwar egal, in welchem Zipfel der Schweiz oder sogar des nahen Auslands sich der Vorfall ereignet hat. Dies lässt den Eindruck entstehen, dass viel mehr passiert, als dies tatsächlich der Fall ist. In Tat und Wahrheit ist der überragende Anteil der Spieler und Mannschaften hoch anständig.

Was mich gleich zum nächsten Punkt führt; dem berüchtigten Reklamieren. Klar wäre es als Spielleiter angenehmer, würden die Spieler jeden Entscheid wortlos oder sogar mit einem Dankeschön akzeptieren. Bis zu einem gewissen Grad – falls es sich im Rahmen hält – gehören gelegentliche Unmutsäusserungen auch zu den Emotionen, welche den Fussball so fesselnd machen. Dazu muss man sich auch vor Augen halten, dass für viele das Fussballspiel am Wochenende ein Ventil ist, über dieses viel Stress abgelassen werden kann und so der Erholung dient. Dies soll nun aber auf keinen Fall ein Freipass zum Reklamieren sein, es geht lediglich darum zu zeigen, dass ein Schiedsrichter mit etwas Einfühlungsvermögen durchaus merken kann, welche Reklamationen wirklich gegen ihn gerichtet sind und welche einfach nur platziert werden, damit etwas gesagt ist. Wohl in der Mehrheit solcher Aussagen liegt der Frust über den Spielstand, die letzte eigene, nicht gelungene Aktion oder eines anderen Problems, das mit dem Geschehen auf dem grünen Rasen überhaupt nichts zu tun hat. Als Randbemerkung lässt sich hier vielleicht anführen, dass es bereits ein Repertoire an Reklamations-Floskeln gibt, welche in bestimmten Situationen sowieso angebracht werden. berühmtester Vertreter dieser Gattung ist der Klassiker „Das war mein erstes Foul“, welcher nach jeder zweiten gelben Karte wegen groben Spiels vernommen werden kann. Dem Regelwerk lässt sich allerdings in keiner Form entnehmen, dass das erste Foul nicht mit Gelb bestraft werden kann.

Fasst man nun alles zusammen, überwiegen die positiven Elemente der Freizeitbeschäftigung Schiedsrichter die wenigen negativen Erlebnisse bei weitem. Insofern ist es jedem zu empfehlen, vielleicht mal ein D-Juniorenspiel zu leiten und dies nicht nur als unangenehme Pflichtaufgabe, sondern als körperliche und psychologische Aufgabe wahrzunehmen. So mancher würde vermutlich auf den Geschmack kommen.

Informationen zum Grundkurs gibt’s übrigens auf der Webseite des FRZ: www.fvrz.ch